Auszug aus dem Schulprogramm

 

Unsere evangelische Grundschule nimmt das Kind in seiner Besonderheit wahr und bemüht sich, seine Persönlichkeit zu stärken. Sie nimmt die soziale und kulturelle Vielfalt und Verschiedenheit als Chance zu sozialem Lernen wahr und versucht, Gemeinschaft in Vielfalt einzuüben. Gestärktes Gemeinschaftsgefühl wiederum erleichtert den Weg zur Toleranz. Die Schule führt die Erziehung des Elternhauses fort, muss sie aber zunehmend um den Bereich der religiösen Erziehung erweitern als sinnstiftenden Gegenpol zu konsum- und technologie orientierter Lebensgestaltung. Ein konkretes Beispiel ist unser Schulgarten, dessen Einrichtung und Pflege eine Verbindung herstellt zur These von der Bewahrung der Schöpfung und dadurch eine religiös-evangelische Dimension gewinnt.

Die Arbeit im Schulgarten versucht für die Kinder der Innenstadt auch in anderen Bereichen (Ökologie, Naturbeobachtung, Schule in Bewegung) einen Ausgleich von Defiziten in der Erziehung des Elternhauses zu schaffen.

Die Kultur, die unsere Lebenssituation prägt, basiert mit ihren freiheitlichen Überzeugungen wie ihrem sozialen, diakonischen Verantwortungsbewusstsein auf christlich begründeten Überzeugungen. Es ist darum unverzichtbar, die in unserem Kulturkreis wirksame biblisch-christliche Tradition in der Grundschule schwerpunktmäßig zu thematisieren. Diese Aufgabe ist mit der Behandlung von Inhalten anderer Religionen und Kulturen zu verbinden. Dabei soll Respekt vor dem Andersartigen eingeübt sowie Gemeinsames und Unterschiedliches verdeutlicht werden. Unsere evangelische Grundschule soll ein Ort sein, in dem man in Wertschätzung einander begegnet. Die Schule ist offen für Kinder und Eltern aller Konfessionen, die bereit sind, die evangelische Ausrichtung aktiv zu unterstützen. Die Wahl der Konfessionsschule ist eine bewusst beschlossene Entscheidung, verbunden mit der Bereitschaft religiöse Identität und ethische Urteilsfähigkeit zu entwickeln. Die unverwechselbare Gemein-schaft ist zu erkennen an den Ritualen, an den im Laufe des Kirchenjahres gefeierten Festen, der Gestaltung der Gottesdienste durch die Schüler, Besuche der Gemeindeeinrichtungen als außerschulische Lernorte, Einschulung und Schulentlassung, Zusammenarbeit mit dem Pfarrer. Das gemeinsame Frühstück, die Feier von Geburtstagen, das Gedenken an kranke Kinder bieten weitere Gelegenheiten zu Andacht und Feier, Spiritualität und Stille, in denen die religiöse Dimension anklingen kann.

Unsere Unterrichts- und Erziehungsarbeit soll soziale Basiskompetenzen vermitteln wie z.B. Hilfsbereitschaft, Geduld, Toleranz und grundsätzliche Lerntechniken einüben. Dabei müssen zunehmend Defizite der elterlichen Erziehung durch die Schule ausgeglichen werden. Unser Ziel ist es, die Kinder zu einer selbstverantwortlichen Lebensgestaltung zu befähigen, was besonders notwendig ist, wenn dies in der Elterngeneration nicht vorgelebt werden kann. Die Kinder sollen ermutigt werden, die Vorzüge des Lebens in der Stadt kulturell und sozial zu erkennen und zu nutzen. Der häufige Besuch außerschulischer Lernorte trägt dazu bei, Schwellenängste abzubauen und versetzt die Kinder in die Lage, diese Einrichtungen auch allein oder mit den Eltern zu besuchen und zu nutzen.

Obrigkeit setzt Kompetenz voraus. Sie kann ausgehen vom Lehrer aber auch vom Schüler, besonders in freien Unterrichtsformen wie Projektarbeit oder Werkstattarbeit, hier in der Rolle des beratenden "Experten". Erziehung zu partnerschaftlichem Arbeiten geschieht, wenn der Arbeit in Gruppen der Vorzug gegeben wird vor Einzelarbeit.

Unsere Unterrichtsgestaltung soll den unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Kinder gerecht werden. Förderung an unterschiedlichen Standorten ist uns dabei genauso wichtig wie Lernen mit allen Sinnen. Der Nachteil des Schulstandortes ist in diesem Fall ein Vorteil. Die zentrale Lage der Schule ermöglicht es, zu Fuß kulturelle Einrichtungen zu besuchen, deren Nutzung oft nicht zur Lebensgestaltung der Eltern gehört. Wir machen eine Kirchenführung, besuchen den Wochenmarkt am Westwall und nehmen am Kaiser-Wilhelm-Museum die museumspädagogischen Angebote in Anspruch. Alle Kinder lernen das Theater kennen durch Besuche von kindgemäßen Theaterstücken. In der Stadtbücherei werden sie mit dem umfangreichen Angebot auch neuer Medien bekannt gemacht und lernen Ausleihverfahren kennen und selbst zu nutzen. Lernen mit allen Sinnen findet statt im Umweltzentrum in Hüls, im Zoo, im Stadtwald, beim Besuch der Burg Linn und im Schullandheim Herongen.

Das Schulleben orientiert sich am Jahreslauf. Es steht dabei im Zusammenhang mit Veranstaltungen, die von der Kirche oder anderen Organisationen ausgerichtet werden: Einschulung, Abschlussfeier, Martinszug, Adventsfeier, Drumbo-Cup, Projekttage, Grundschulsporttag, Klassenfahrten nach Herongen, Gesundheitserziehung, Zahnklinik in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, Kennenlern-Nachmittage für Schulneulinge, Karneval in den Klassen. Unsere Buchausstellung ist verbunden mit Einblicken in schulische Arbeit, Hospitationen von Unterrichtsstunden und Werkstattarbeit sowie der Präsentation von Arbeitsergebnissen des Schulalltags.

Kollegium und Elternschaft fühlen sich für die vielseitige Ausgestaltung des Schullebens verantwortlich. Die Beteiligten erkennen die Bedeutung des aktiven Schullebens für die Förderung der Schulgemeinde. Trotz der Einsicht bedarf es ständiger intensiver Ansprache und Erinnerung der Eltern, sich aktiv einzubringen. Die monatlichen Schulgottesdienste werden von Lehrern, Schülern und Pfarrern gemeinsam vorbereitet. Alle zwei Jahre findet ein Schulfest statt, im Wechsel dazu veranstaltet der Förderverein ein Sommerfest. Es besteht seit fünf Jahren eine aktive Schulpartnerschaft mit der konfessionellen Grundschule "Scholl met de Bijbel" in Venlo, die sich in gemeinsamen Aktivitäten wie Begegnungen in den Schulen, in Herongen, im Umweltzentrum, Unterrichtsgängen zum Zoo und Burg Linn, Stadtrundgängen, gemeinsamen Sportveranstaltungen zeigt. Bei gegenseitigen Besuchen der Kollegien besteht die Möglichkeit, sich über Inhalte und Methoden an deutschen und niederländischen Schulen auszutauschen.

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